Wohnraum ist kostbar. Das wissen wir nicht erst, seit die Grundstückpreise für Baugrundstücke in die Höhe gestiegen sind. Glücklich kann sich schätzen, wer ein unterkellertes Einfamilienhaus glass-112905_640besitzt. Auch wenn der Keller bisher nur als Stauraum, Heizungsraum und Partymeile genutzt wurde, kann man bei Bedarf darüber nachdenken, ob er nicht doch ausgebaut und wohnlich gemacht werden sollte. Nicht nur die eigenen Teenager werden sich über diesen Wohnraum freuen. Dort kann auch ein Büro, ein Gästezimmer, ein Fernsehraum oder ganz einfach eine vollständige Wellness-Oase integriert werden. Ideen für die Verwendung wird sicherlich jeder ausreichend haben.

Was muss beim Kellerausbau unbedingt beachtet werden?

Als erstes sollte die energetische Lage des Kellers, am besten von einem Fachmann, geprüft werden. Denn der Keller ist in früherer Zeit grundsätzlich nicht isoliert worden. In der heutigen Zeit jedoch muss er zwingend in das energetische Konzept des gesamten Hauses integriert werden. Denn Wärme kann auch durch den Fußboden nach unten sinken und dort, in einem unisolierten Keller, einfach verpuffen. Schade.

Es muss also in jedem Fall eine gute Isolierung vorgenommen werden. Diese kann von außen, in Form von Bitumendickbeschichtung oder von innen, in Form von Kalziumsilikatplatten oder anderen bewährten Dämmstoffen für den Innenbereich, geschehen. In diesem Arbeitsgang ist auch die Bodenplatte zu prüfen. Ist diese undicht oder defekt, so ist eine entsprechende Horizontaldämmung mit Innenbereichsdämmstoffen vorzunehmen.

In den meisten Fällen müssen Fenster und Türen ausgetauscht werden. Denn sie entsprechen nicht dem neuesten Isolierstandard und sind für eine optimale, energetische Verwendung nicht geeignet. In früheren Zeiten wurden eher kleine Kellerfenster verwendet. Wer die Räume zu Wohnzwecken nutzen möchte, sollte nach Möglichkeit größere Fenster einsetzen, um nicht zu jeder Jahreszeit auf künstliches Licht angewiesen zu sein.

Die Fenster sind des Weiteren für eine optimale Belüftung der neu genutzten Räume notwendig. Denn je besser ein Raum isoliert ist, desto geringer ist die natürliche Luftzirkulation. Doch Luftbewegung ist notwendig, um Schimmel und Feuchtigkeit vorzubeugen.

Ist eine beliebige Innenwandgestaltung möglich?

Generell können die Wände ganz nach Belieben verkleidet bzw. tapeziert werden. Es ist jedoch zu beachten, dass beispielsweise bei einer Holzvertäfelung eine Querverstrebung angebracht werden muss, damit die Hinterlüftung einwandfrei funktioniert. Diese ist notwendig, um das Holz vor Staufeuchtigkeit zu schützen. Zusätzlich handelt es sich um eine weitere Isolationsschicht, die zu weiterem, energetischem Vorteil verhilft.

Grundsätzlich kann jeder versierte Heimwerker diese Arbeiten erledigen, solange er die Besonderheiten des Kellers berücksichtigt. Die ganze Familie wird es ihm danken, wenn die Kellerräume endlich genutzt werden können. Ob er selber auch in diesen Genuss kommt – wer weiß, wer weiß.